Noch 1400 freie Lehrstellen

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Von wegen „Last Minute”: Es gibt auch jetzt noch etliche freie Ausbildungsstellen, obwohl die meisten Lehrverträge im September unterschrieben sind. Um Tipps für die richtige Berufswahl zu bekommen, eventuell auch eine Stelle, kamen 200 Jugendliche zum Rathausplatz, zur „Last Minute Azubi-Aktion”.

Auch Leila Abou Hatab, 22 Jahre, steht um 12 Uhr vor dem Informationszelt mit ihren Zeugnissen: „Ich möchte Tipps und eventuell Adressen von Ausbildungsbetrieben”, wünscht sie sich von den Beratern von Handelskammer (IHK), Handwerkskammer und der Arbeitsagentur, die diese Aktion gestartet haben.

„Ich habe im Juli meinen Abschluss am Lore-Lorentz-Berufskolleg gemacht und will Bürokauffrau werden”, sagt Abou Hatab. „Acht Bewerbungen habe ich schon geschrieben, aber hier erfahre ich vielleicht etwas von einer freien Stelle”, so die Jugendliche mit dem ägyptischen Namen.

Die Unternehmen meldeten der Arbeitsagentur bisher 5649 Ausbildungsstellen - das sind zwar rund 600 weniger als im Vorjahr. Aber der Chef der Arbeitsagentur Peter Jäger macht Mut: „Wir haben für 950 Jugendliche ohne Vertrag rund 1400 offene Stellen.” Da lohne es sich für alle Schulabgänger, auch jetzt noch nach einem freien Platz zu suchen.

So wie Julia Scheiermann: Die 18-Jährige steht mit dem Zeugnis des Berufskollegs vor dem Infozelt. „Ich möchte gern Arzthelferin werden, am liebsten beim Kinderarzt. Aber ich hatte bisher schon sechs Absagen”, sagt sie. Und hofft, jetzt über die Berater eine Stelle zu finden.

Es muss aber nicht immer der Traumberuf sein, betont Jäger: „Check die Alternative und bleib so am Ball”, formuliert er die Möglichkeit, eine Ausbildung in einem anderen als dem Wunschberuf zu finden. Zumal laut IHK und Handwerkskammer (HWK) inzwischen auch Hauptschüler mit schwächeren Leistungen wieder mehr Chancen auf einen Job haben.

Außerdem, so Axel Fuhrmann (HWK), „entschließen sich Handwerksmeister oft sehr spät, eine Lehrstelle zu melden, erst recht jetzt in der unsicheren Auftragslage. Bis zu den Herbstferien werden also noch Stellen gemeldet.” Und Fuhrmann macht klar, dass auch Migranten und Ausländer im Handwerk gebraucht werden: „Etwa 15 Prozent der Azubis sind Ausländer und Migranten. Und schließlich: Wer heute einen Lehrling einstellt, hat in drei Jahren, nach der Krise, eine gute Fachkraft!” JG

Unternehmen können freie Lehrstellen melden bei der Arbeitsagentur: 01801 664466

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