Hier finden Sie einen!
Hier finden Sie einen!
500 Bewerbungen auf gerade mal 35 Ausbildungsplätze: die Wismarer Wadan Werft zieht Jugendliche aus dem ganzen Land an.
„Die Werft ist einfach ein guter Arbeitgeber“, kommentierte Kathrin Morawetz die Bestrebungen ihres 15-jährigen Sohnes Nico, sich auf der Wismarer Werft bewerben zu wollen. Die Familie war extra aus Parchim angereist, um beim Tag der offenen Lehrwerkstatt der Wismarer Werft „Wadan Yards“ erste Kontakte zu knüpfen und erste Eindrücke zu sammeln. Das taten viele Jugendliche – entweder mit ihren Eltern oder mit Freunden. Tobias Bahlcke (18) aus Wismar war mit seiner Freundin da. „Ich bin mit meiner Ausbildung als Trockenbaumonteur fast fertig, aber ich denke, hier macht die Arbeit mehr Spaß.“ Er will Konstruktionsmechaniker werden. „Aber ich weiß nicht, ob ich da eine Chance habe.“
In Wismar waren 13 von den 35 Lehrstellen noch unbesetzt. Gut 500 Bewerbungen liegen für diese Ausbildungsplätze vor – trotz geburtenschwacher Jahrgänge unverändert viel im Vergleich zu den Vorjahren. Darius Pokoj (17) aus Tarzow hat beste Chancen auf einen der begehrten Ausbildungsplätze, er hat schon ein Praktikum in dem Bereich gemacht. „Das war sehr interessant und hat Spaß gemacht“, erzählte der Zehntklässler. Er möchte sich als Konstruktionsmechaniker bewerben. Andy Krull (17) aus Brüel will Anlagenmechaniker werden. „Ich bin in der neunten Klasse der Hauptschule“, sagte er. Und auch, dass er schon viel Gutes über die Ausbildung auf der Werft gehört hat. Das bestätigen Björn Schröder und Martin Neumann voll Überzeugung. Die beiden 19-Jährigen sind im zweiten Lehrjahr und zeigten ihr Können beim Schweißen. „Als Azubi sollte man handwerkliches Geschick mitbringen, rechnen können und ausdauernd sein“, gab Björn als Tipps.
„Der Bedarf an Fachleuten ist da“, erklärte Andreas Borawski, Leiter der Abteilung Aus- und Fortbildung. „In den vergangenen Jahren haben wir jeden, der seine Ausbildung hier geschafft hat, übernommen“, machte er Schulabgängern Mut, sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu bewerben. Beim Rundgang durch die Lehrwerkstatt zeigte er, was die Auszubildenden schon leisten. Da hängen zum Beispiel aktuelle Baupläne an den Wänden.
Lesen Sie hier weiter
Gruss
Admin
Möglichkeiten, sich nach einem Ausbildungsplatz umzusehen, gibt es viele: Da sind die Arbeitsverwaltungen, Berater kommen in die Schulen, es gibt Jobbörsen und mutiges Nachfragen. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Kevelaer bietet zudem seit Jahren einen Service, der gleichermaßen den Unternehmern der Marienstadt, als auch den Schülern helfen soll. Auch jetzt wurden wieder etwa 2000 Gewerbetreibende angeschreiben und nach ihren Chancen für junge Leute befragt. Das Ergebnis: Auch angesichts der schlechten wirtschaftlichen Situation halten die Kevelaerer Unternehmen daran fest, die benötigten Fachkräfte selbst auszubilden.
Auch Praktika möglich
"Insgesamt 46 freie Ausbildungsplätze wurden uns gemeldet. Hinzu kommen noch 14 Jahrespraktikumsstellen", freut sich Kevelaers Wirtschaftsförderin Ruth Keuken. Seit nunmehr zehn Jahren ermittelt die WfG in jedem Frühjahr unter dem Motto "Kevelaer kämpft um Ausbildungsplätze" die noch verfügbaren Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk, Handel, in der Industrie und der Landwirtschaft sowie im Dienstleistungsbereich.
"Die Unternehmen möchten ihren Fachkräftebedarf langfristig sichern", erläutert Keuken. Aber auch für die Jugendlichen sei es von großer Bedeutung, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Aus diesen Gründen hilft die WfG den Ausbildungsbetrieben, "ihren richtigen Auszubildenden" zu finden. Auch Jahrespraktikumsstellen werden in diesem Jahr erneut angeboten. Mit dieser Möglichkeit soll einerseits den Betrieben die Chance gegeben werden, einen potenziellen Auszubildenden für das folgende Lehrjahr im Arbeitsumfeld kennenzulernen. Andererseits soll Jugendlichen, die Probleme auf dem Ausbildungsmarkt haben, die Chance auf einen leichteren Einstieg in die Ausbildung gegeben werden.
rotz Wirtschaftskrise: Derzeit sind bei der Arbeitsverwaltung und der Handwerkskammer mehr als 600 freie Lehrstellen in der Region gemeldet.
“Eine so große Zahl an offenen Ausbildungsplätzen hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nie”, erklärt Petra Kollmann, die Schulbeauftragte der Hwk im Rahmen des bundesweiten JOBSTARTER-Programmes. Das breite Spektrum der angebotenen Berufe reiche vom Augenoptiker bis zum Zweiradmechaniker. So hätten alle Interessenten eine gute Chance, einen Beruf zu finden, der ihren Wünschen und Begabungen entspreche.
Petra Kollmann koordiniert insbesondere die Kontakte zwischen Schulen, Lehrkräften, Eltern und Ausbildungsbetrieben. In einem Newsletter informiert sie beispielsweise regelmäßig alle Schulen über die aktuellen freien Lehrstellen im Handwerk. Die Übersicht kann zudem auf der Internetseite der Handwerkskammer unter “Lehrstellensuche” abgerufen werden.
Die Mitarbeiter des JOBSTARTER-Projektes der Hwk helfen im Einzelfall aber auch ganz konkret bei einer passgenauen Vermittlung in Praktika, Einstiegsqualifizierungen und Ausbildungsplätze. Für interessierte Bewerber hat die Kammerexpertin noch einen ganz aktuellen Tipp: “Ein gezieltes freiwilliges Praktikum in den Osterferien kann jetzt der entscheidende Schritt zum Lehrvertrag sein”.